Reihe Wege zur geistigen Freiheit
Gesamtübersicht           (Ausführliche Informationen siehe weiter unten)
Vorträge: (jew.20.00h)

Fr.1.11.Die Philosophie der Freiheit (Rudolf Steiner) 
Referent: Johannes Wagemann
Di. 12.11.Geistiger Weg als Studienkurs
(Ein Kurs in Wundern) Referentin: Margarethe Tesch
Fr. 15.11.Emotionalies Training 
Referentin: Karola Korte
Fr. 22.11. Attitudinal Healing (Gerald Jampolsky)
Referentin: Charlotte Pennington
Di. 26.11. Geist & Psyche zwischen den 4 großen Weltbildern
(nach Bernard Lievegoed anhand des Buches "Lebenskriesen Lebenschancen" Referent: Oliver Groteheide

Filme: (jew. 20.00h)
Di. 29.10.  Die Möwe Jonathan    (Richard Bach)
Di. 5.11.   Der Club der toten Dichter   (Tom Schulman)
Fr. 8.11.   Rivers and Tides (Andy Goldsworthy)
Di. 19.11. Waking Live  (Richhard Linklater)

Kurzfilme: 
MORE + ,LIVE OF REILLY


Intro Text
Wir möchten in der Reihe den Wandel des psychischen und geistigen Selbstverständnisses des Menschen im Abendland darstellen. Es geht uns primär darum deutlich zu machen wie einschneidend sich die Deutungsmodelle in den letzten 100 Jahren verändert haben. Wird der Mensch am Anfang des 20. Jahrhunderts noch gerne als eine Maschine der Natur gesehen, so ändert sich das Bild fortwährend. Waren es erst nur die biologischen und materiellen Voraussetzungen, mit denen die Wissenschaft sich begnügte, so wurde es zunehmend nötig, soziale, psychische und geistige Gegebenheiten anzuerkennen, um zu einer befriedigenden Theorie und wirksamen Praxis zu gelangen. So haben sich zu den psychologischen Erklärungsmodellen von Freud und Jung eine Reihe Erweiterungen und Alternativen gebildet wie z.B. die Existenzanalyse(V.E.Frankl), die Biografiearbeit (B.Lievegoed), die Heilung von Einstellungen (G.Jampolski) und die Psychosynthese (R.Asagioli), um einige zu nennen.
Der persönliche, individuelle Weg rückt weiter in den Blickpunkt. Nicht mehr eine Norm, eine Institution, eine Autorität steht im Mittelpunkt, sondern das individuelle Lebensthema. Krisen sind Momente des Lebenslaufes, an denen unsere Individualität und ihre Grundlagen geprüft werden. In diesen Augenblicken stehen wir zwischen einem alten, instinktiven Handeln einerseits und einer neuen Tat, die jedoch die Summe unserer eigenen Erfahrung und innerlichen Quelle beinhaltet. So ein Handeln durchbricht gegebenenfalls das Kraftfeld von Institutionen und Brauchtum. Es ist der Weg zur geistigen Freiheit.
Unsere Veranstaltungsreihe zeigt Menschen und Werke, die exemplarisch für diesen Prozeß stehen.
Wir sehen in Filmen Romanfiguren wie John Keating im Kampf gegen ein erstarrtes Schulsystem. Die Möwe Jonathan, der es nicht mehr möglich ist, in ihrer Gemeinschaft zu leben. In den Vorträgen jedoch geht es unmittelbar um Lehren, denen es in hohem Maße gelungen ist, wesensgemäßere Ansichten darzustellen und die mitunter wichtige Alternativen für viele Gesellschaftsbereiche sowie Wege und Therapien erarbeitet haben.
Überblickt man die neueren Entwicklungsprozesse der Psychologie, so wird deutlich, dass am Ende des 20igsten Jahrhunderts eine wissenschaftlich-psychologische Terminologie entstanden ist, die es ermöglicht , viel unmittelbarer Inhalte zu vermitteln. Diese Inhalte sind jedoch gesellschaftlich längst nicht ausgebreitet, geschweige denn verstanden.
So würden vielen Menschen nach der Verinnerlichung des erneuerten Bildes der Psyche neue Wahlmöglichkeiten offen stehen. Denn im Lichte der neuen Begriffe fallen viele Mauern und Vorurteile, wenn wir schließlich sehen, dass es sich auch bei weiten Teilen der religiösen Lehren eigentlich um die mystische (pädagogisch reduzierte) Beschreibung von Prozessen der Psychotherapie handelt, nämlich einer ganzheitlichen, geistigen Psychotherapie im Sinne des philosophischen Axioms: „Mensch erkenne dich selbst“.

Die Möwe Jonathan    (Richard Bach)
Di. 29.10. 20.00h Referentin: Margit Groteheide
Margit Groteheide ist Mitglied der AG Filasofia  sowie Mitarbeiterin der Werkstatt für Kultur e.V.
US 1973, Regie: Hall Bartlett, nach dem Buch von Richard Bach, Songs geschrieben und vorgetragen von Neil Diamond.
Die Vorgeschichte zu dem Film “Die Möwe Jonathan” (Jonathan Livingston Seagull) begann 1959, als Richard Bach, ehemaliger Jagdflieger und Autor von Büchern und ungezählten Artikeln für die Fliegerei, an einem nebelverhangenen Abend an der kalifornischen Küste entlangwanderte und die Idee zu dem Buch “empfing”. Es dauerte ganze 11 Jahre, bis es 1970 fertiggestellt und veröffentlicht wurde und sich innerhalb von zwei Jahren zu einem Bestseller entwickelte, der alle Rekorde brach. Der ebenfalls erfolgreiche Film erzählt die Geschichte der freiheitsliebenden Möwe Jonathan, ihre Gedanken und Träume,  in faszinierend schönen Bildern: Jonathan ist Revolutionär und Philosoph, für ihn ist Fliegen mehr als eine Möglichkeit, sich Nahrung zu beschaffen. Der Film begleitet die Möwe auf ihrer abenteuerlichen Reise zwischen Himmel und Meer, deren Ziel die Erkenntnis ihrer selbst ist. Der Himmel ist für sie kein Ort, sondern ein Zustand der Vollkommenheit, die Liebe wird ein anderes Wort für Geben.
Der Film, der sich mit Saint-Excupery’s “Kleinen Prinzen” vergleichen läßt, ist zu einem internationalen Kultfilm geworden.


Die Philosophie der Freiheit (Rudolf Steiner)
Fr. 1.11. 20.00h  Referent: Johannes Wagemann
Johannes Wagemann, geb. 1967 in Berlin, seit 2000 Waldorflehrer in Essen. Begleitend seit 1990 (Selbst-) Studium der Anthroposophie und Einrichtung des Seminars “Grundzüge einer moderenen Weltanschauung” im Rudolf-Steiner-Haus Essen.
“Ist der Mensch in seinem Denken und Handeln ein geistig freies Wesen oder steht er unter dem Zwange einer rein naturgesetzlichen ehernen Notwendigkeit?”
Mit dieser Frage beginnt Rudolf Steiners erkenntniswissenschaftliches Hauptwerk “Die Philosophie der Freiheit”, welches er zugleich als die Grund-legung der von ihm entwickelten Anthroposophie betrachtet. In einer Welt, in der es möglich erscheint alles Denkbare zu tun, vorausgesetzt man verfügt über den nötigen Durchsetzungswillen und die entsprechenden Machtmittel, richten nur wenige ihr Augenmerk auf dieses Rätsel des eigenen menschlichen Wesens. Durch seine Lösung würde sich der suchende Mensch Klarheit über die Grund-lagen und Entwicklungsperspektiven seiner heutzutage immer unsicherer werdenden Existenz verschaffen. Viele machen sich ein Bild von der Anthropo-sophie anhand ihrer lebenspraktischen Anwendungen (z.B. Waldorfschulen, biologisch-dynamische Landwirtschaft, erweitertes Heilwesen) oder auch durch das Zuordnen schlagwortartiger Aspekte wie “Reinkarnation” und “Karma”. Eine eigene Vergewisserung über die ursprüngliche Quelle dieser Erschei-   nungen und Anschauungen ist aber nur durch ein Studium der Grundlagen zu erwarten. In welche Richtung der Fragende seinen Blick dazu lenken kann,  welche Antwort die eingangs gestellte Frage zulässt und welche Möglichkeiten sich daraus für die individuelle Entwicklung und die der menschlichen Zivili-sation ergeben, soll im Vortrag zur Sprache kommen.


Der Club der toten Dichter
Di. 5.11.   20.00h
USA 1988, Regie: Peter Weir, mit Robin Williams, Robert Sean Leonhard, Ethan Hawke u.a.
Ein Ausnahmefilm mit Kultstatus: In die hermetisch von Leistung, Disziplin und Ehre bestimmte Tradition eines englischen Colleges gegen Ende der fünfziger Jahre bricht der frische Wind eines unorthodoxen jungen Lehrers herein, dessen wichtigstes Lernziel das selbständige Denken ist.
Mit Walt Whitman als geistigem Mentor und der lateinischen Weisheit
“Carpe diem” (Nutze den Tag!) als Ansporn, verschafft sich John Keating langsam Zugang zu den bereitwillig sich öffnenden Herzen der Schüler. Er führt die Jungen, die bisher nur gewohnt waren, Vorgedachtem in selbstloser Disziplin zu folgen, aus der Uniformität ihres Schuldenkens hinaus in die Wahrnehmung ihres eigenen Denkvermögens. Der Geist, den er in ihnen entzündet, ist jedoch mit dem des Schulsystems nicht vereinbar und es kommt zur Katastrophe...
“Der Film, der so unscheinbar beginnt wie ein weiteres der oft gesehenen Internatsstücke, der sich dann zum Anwalt der Selbsterkenntnis und des eigenen Wertbewußtseins macht, entpuppt sich vom Ende her als konsequent darauf hin inszeniertes Stück revolutionären Geistes. Nicht jener Revolution, die umstürzlerisch verändern will, sondern der stillen, in den Herzen fortwirkenden geistigen Revolution.” (Filmdienst)
Das hervorragende Drehbuch zum Film von Tom Schulman ist nicht nur psychologisch konsequent, sondern verfügt auch über poetische Qualitäten. Und es entwirft jenes Plädoyer für den Individualismus, das auch Thema der meisten Filme des Regisseurs Peter Weir ist (“Picknick am Valentinstag”, “Der einzige Zeuge”, “Fearless”, “Die Truman Show”). In Weirs Inszenierungsstil, der die ganze Skala vom bildhaften Aufschwung jugendlichen Selbstbewußtseins bis zur Versinnbildlichung unentrinnbarer Zwänge durchschreitet, finden sich  faszinierende filmische Analogien, so z.B. in Form von Vogelschwärmen oder stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen.
 
 
Rivers and Tides(Andy Goldsworthy)
Fr. 8.11.   20.00h
DE 2000, 90 Min. Buch, Regie, Kamera und Schnitt: Thomas Riedelsheimer, Musik: Fred Frith. Deutscher Kamerapreis 2001.
“Ich möchte diesen Zustand verstehen, diese Energie, die ich in mir habe, die ich ebenso in den Pflanzen und in der Landschaft spüre. Diese Energie, das Leben, das durch die Landschaft strömt. Es ist dieses nicht Greifbare, das da ist und dann wieder verschwunden. Wachstum. Zeit. Veränderung. Die Vorstellung des Fließens in der Natur.” (Andy Goldsworthy)
Andy Goldsworthy ist weltweit bekannt durch seine faszinierenden Arbeiten mit Naturmaterialien. Eis, Steine, Blätter, Zweige, Wasser - er arbeitet mit dem, was er in der Natur vorfindet. Einige seiner Arbeiten bleiben in der Landschaft bestehen, andere vergehen, schmelzen, werden vom Wind verweht. 
Thomas Riedelsheimer begleitete Andy Goldsworthy über vier Jahreszeiten bei seiner Arbeit. Herausgekommen ist ein Dokumentarfilm, der in jedem Augenblick fasziniert, der in Ruhe und Beschaulichkeit die sprühende Lebendigkeit, die unwiderstehliche Ästhetik der Landschaftskunstwerke einfängt. Doch was im Laufe des Films den Zuschauer ebenso berührt, das ist Andy Goldsworthy, seine Authenzität, sein lebendiger Geist, seine Wahrhaftigkeit, seine leidenschaftliche Geduld, sein unbändiger
Wille zu verstehen.
“Der Fluss ist auf auf irgendeine Weise diese Linie, der ich folge. 
Der Fluss hat etwas Unberechenbares an sich...
diese ununterbrochene Linie, die doch ihre eigenen Kreisläufe hat, verbunden mit dem Wetter und dem Meer: Wenn ich etwas finden müsste; das das Jahr verbindet, wäre es so etwas wie der Fluss. Der Fluss ist ein Fluss aus Steinen, ein Fluss aus Tieren, ein Fluss des Windes, ein Fluss aus Wasser, ein Fluss aus vielen Dingen. 
Der Fluss ist nicht vom Wasser abhängig - 
wir reden vom Fließen.
Und vom Fluss des Wachsens, der durch die Bäume und das Land strömt.” 
(Andy Goldsworthy)

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Geistiger Weg als Studienkurs
Das 1300 Seiten umfassende Werk “Ein Kurs in Wundern” (A Course in Miracles) erschien 1976 in den USA, die deutsche Übersetzung 1994 im Greuthof-Verlag. Der Kurs verbindet auf einzigartige Weise Psychologie mit einer non-dualistischen Spiritualität. Er lehrt, Menschen und Situationen, die schwierig erscheinen, zunehmend friedlicher und gelassener zu sehen. Das Wunder bezeichnet kein äußeres Phänomen, sondern eine Veränderung der Wahrnehmung von der jeweiligen Situation.
Der Kurs leitet an, die inneren Schranken, die Menschen aus Ängsten, Schuld- und Angriffsdenken vor der Liebe in sich selbst errichtet haben, ohne Urteil anzuschauen und durch Vergebung aufzulösen. Er vergleicht unsere Existenz in dieser Welt mit einem Traum und hilft uns daraus aufzuwachen.
Ein Kurs in Wundern ist nicht als Grundlage für eine neue Religion, Bewegung oder Vereinigung gedacht. Vielmehr hilft er, im Selbststudium und unabhängig von äußeren Autoritäten den eigenen inneren LEHRER in sich selbst zu finden.
Margarethe Tesch
Margarethe Tesch, Hamburg, Jahrgang 1955, hat Sprachen und Geschichte studiert. Sie ist eine der beiden Übersetzerinnen des Kurses ins Deutsche. Von 1984 bis 1994 arbeitete sie an dieser Aufgabe mit. Im Zuge der Übersetzung hat sie sich mit dem Gedankengut des Kurses theoretisch und praktisch eingehend auseinandergesetzt.Sie ist Schülerin des amerikanischen Kurslehrers und Therapeuten Dr. Kenneth Wapnick, Leiter der Foundation for A Course in Miracles, dem sie fundamentale Einsichten in das Denken des Kurses und große Verständnishilfen verdankt. Seit 1988 hält Margarethe Tesch Vorträge und Seminare zu Ein Kurs in Wundern in verschiedenen deutschen Städten und leitet fortlaufende Gruppen zum Kurs.
Zum Vortrag:
Der Kurs lehrt, daß die Konflikte, die ein Mensch mit sich selbst und anderen hat, auf einen unbewussten, geistigen Urkonflikt zurückzuführen sind: den Glauben, sich von Gott, der Quelle seines Seins und der Liebe, getrennt zu haben. Mit diesem illusionären Denken, das im Kurs als Ego bezeichnet wird, kommt jeder bereits auf die Welt. Die Folge davon ist eine Art geistige Dunkelheit: ein von Einsamkeit, Verletzlichkeit, Mangel und Schuldgefühlen geprägtes Selbstbild. Gleichzeitig gibt es in jedem Menschen aber auch eine heilende Korrektur dieses Denkens in Form einer - und sei es noch so schwachen - Erinnerung, daß die Liebe lebt und eine Trennung von ihr undenkbar ist.
Im Sinne des Kurses müssen sich die Heilungsbemühungen darauf richten, zu dieser inneren Präsenz des Lichts wieder Zugang zu finden und sie als die eigentliche Identität zu akzeptieren. Das ist ein immenser Prozess, der in Beziehungen zu anderen Menschen Ausdruck findet und im Kurs mit dem Begriff Vergebung bezeichnet wird. Der im Kurs gewiesene Weg besteht darin, die Hindernisse, die sich diesem Prozess in den Weg stellen, ruhig anzuschauen und sie durch das urteilslose Schauen nach und nach loszulassen.

Emotionalies Training
Fr. 15.11. 20.h Referentin: Karola Korte
Karola Korte ist Mutter von 3 Kindern und seit ca.30 Jahren in medizinischen Bereichen tätig. Heute arbeitet sie als psychologische Beraterin, leitet Gruppentherapien und wirkt mit in der Arbeitsgemeinschaft Filasofia.
Was ist überhaupt geistige Freiheit?
Zunächst beschäftigen wir uns mit der Frage, was wir - Du und ich -
unter geistiger Freiheit verstehen.
Wie sieht die geistige Freiheit aus und wie fühlt sie sich an?
Wie erkenne ich geistige Gefangenschaft und wie fühlt sie sich an?
Wer sagt überhaupt, daß unser Geist nicht frei ist?
Wege zur geistigen Freiheit....
Es gibt sicherlich viele Wege, die jeden Einzelnen erkennen lassen kann, was mit geistiger Freiheit gemeint sein könnte. Ich werde nun einen Weg beschreiben, der aus meiner Sicht dem einzelnen Menschen Möglichkeiten aufzeigt, wie er sich von gewissen Einschränkungen, die nur mit ihm zu tun haben, befreien kann. Diese Befreiung ist durch EMOTIONALES TRAINING möglich.
Was heißt nun Emotionales Training?
Folgende Definition habe ich dafür gefunden: Das E steht für die Energie.
Die Motion steht für die Bewegung. Das Training steht für das Üben.
Sa.16.11. 10 bis 14h  Workshop auf der Galerie
Aus den voranstehenden Ausführungen wird deutlich, dass es nicht allein um Betrachtungen von Ideen geht, sondern das ein wesentlicher Faktor jeder geistigen Arbeit das lebendige Umsetzen ist.
Karola Korte bietet für all diejenigen, die selbst erfahren möchten, was emotionales Training ist, am nächsten Tag einen Workshop an. Kosten: EUR 15,-

Attitudinal Healing
Fr. 22.11. 20.00h Referentin: Charlotte Pennington
Charlotte Pennington ist 1966 von San Franzisco nach Bielefeld gezogen. Im Herbst 1990 lernte sie das Attitudinal Healing Center in Teburon, Californien, kennen. Im Mai 1994 begann sie Attitudinal Healing Gruppen in Bielefeld zu leiten.

Was ist Attitudinal Healing?

Das Konzept von “Attitudinal Healing” basiert auf der Vorstellung, dass es möglich ist, Frieden zu wählen statt Konflikt und Liebe statt Angst. Attitudinal Healing geht davon aus, dass es nicht Menschen oder äußere Umstände sind, die uns beunruhigen. Vielmehr werden unsere Konflikte und unser Leid von Gedanken, Gefühlen und
inneren Einstellungen zu Menschen und Ereignissen hervorgerufen. Gesundheit wird als innerer Frieden definiert und Heilung als der Prozeß, die Angst loszulassen. Es bedeutet, die Notwendigkeit aufzu-geben, unsere Beziehungen zu analysieren, zu interpretieren und zu bewerten. Wenn wir die Angst loslassen, bleibt nur die Liebe übrig. Wir glauben, daß die Liebe die wichtigste Heilkraft in der Welt ist.

Portrait
Dr. Gerald G. Jampolsky
Vor mehr als fünfundzwanzig Jahren hat der amerikanische Menschenfreund, Psychiater und Autor Dr. Gerald G. Jampolsky, 1925 geboren, in Californien das erste “Center for Attitudinal Healing” gegründet. Die erste Selbsthilfegruppe bildete sich damals im Zusammenhang mit schwerkranken Kindern und deren Eltern. Inzwischen gibt es weltweit über 100 Zentren. Dr. Jampolsky´s bekanntestes Buch ”Liebe heißt die Angst verlieren” ist mehrsprachig übersetzt und basiert auf den spirituellen Schriften von “Ein Kurs in Wundern”.

Sa. 23.11. 10-14h
Workshop zu  Attitudinal Healing auf der Galerie.
Am Samstag möchte  Charlotte Pennington uns Möglichkeiten zeigen, wie wir inneren Frieden wahrnehmen können.
Wir können dies lernen, indem wir gemeinsam versuchen zu den Essenzen unseres Lebens vorzudringen. Kleiden sie sich bequem und vergessen sie nicht, sich einen Pausen-Snack mitzubringen.
Kosten: EUR 15,-

 Geist & Psyche zwischen den 4 großen Weltbildern
Di. 26.11. 20.00h Referent: Oliver Groteheide
Geschäftsführer der Werkstatt f. Kultur e.V., Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft  Filasofa.
Der Vortrag behandelt die vier modernen Menschenbilder, die Bernard Lievegoed in seinem bekannten Buch “Lebenskrisen Lebenschancen” beschreibt.
Es handelt sich dabei
1. um das technisch-mechanische bzw. physikalisch-chemische Denkmodell, das von der Industrialisierung bis zum heutigen Tag  für die meisten Menschen tonangebend geworden ist.
2. Das biologische Denkmodell, dessen wichtigster Aspekt die Lehre der Vererbung, der Nativismus, ist.
3. Das psychologische Denkmodell, zu dem die Lehre vom menschlichen Verhaltung (Behaviorismus) und die Lehre von Erfahrungen (Empirismus) zu rechnen ist.  Auch das soziologische Denkmodell, das besagt, der Mensch sei gänzlich durch seine soziale Klasse bestimmt, gehört in diese Richtung.
4. Das personalistische Denkmodell, das eine authentische “dritte Kraft” neben Vererbung und Erziehung anerkennt. Diese dritte Kraft wird von verschiedenen Autoren unterschiedlich benannt. Man spricht von einer höheren persönlichen Individualität oder vom höheren Selbst. Es handelt sich dabei um eine geistige “Gestalt” in einer geistigen Wirklichkeit.
Desweiteren befaßt sich der Vortrag mit der Entwicklung des Menschenbildes innerhalb der psychotherapeutischen Bewegung und streift dabei kurz einige wesentliche Persönlichkeiten wie: S.Freud, C.G.Jung, V. Frankl und R. Assagioli.
Zum Abschluß des leicht verständlich gehaltenen Exkurses wird deutlich, wie sehr sich das Menschenbild in den letzten Jahrzehnten verfeinern und  weiterentwickeln konnte.

Portrait
Bernard Lievegoed
Bernard C.J. Lievegoed wurde 1905 auf Sumatra geboren, studierte Medizin mit Schwerpunkt Pychiatrie. Er war Arzt, Jugendpsychiater, Betriebspsychologe und Pädagoge. 1931 baute Lievegoed in den Niederlanden ein heilpädago-gisches Institut auf. 1954 gründete er ein heilpädagogisches Institut in Zeist und 1971 die Freie Hochschule in Driebergen. 1983 verlieh ihm der Nieder- ländische Verlegerverband die “Goldene Feder”. Ebenfalls übte Lievegoed einen großen Einfluß auf die Anthroposophie aus, innerhalb derer er als Vorsitzender der niederländischen Sektion tätig war.


Waking Live
Di. 19.11. 20.00h Referent: Detlef Clever
Detlef Clever ist 2.Vorsitzender der Werkstatt für Kultur e.V., Filmemacher, Autor, Maler, Darsteller.
"Wir müssen mehr Raum schaffen für freie Entscheidungen und Verantwortung... müssen gegen die Entmündigung und die geistige Sklaverei des Individuums arbeiten ..." Dies ist nur eines von sehr vielen Zitaten, Aufrufen, Anklagen, Thesen, die in dem Film "Waking Life" vorkommen.
Es ist ein Film über einen jungen Mann, der in seinen Traumwelten gefangen zu sein scheint, der erfahren muß, daß gerade heute, in der lärmenden, geschwätzigen Moderne, es die stillen Träumer, Grübler, die tief  Hinterfragenden und Zweifelnden schwer haben, der aber gerade durch seine Träume mit den verschiedensten geistigen, existentiellen Problemen und Phänomenen des modernen Menschen konfrontiert wird. Es geht um die großen Themen Leben, Liebe, Tod, um Grenzerfahrung, das "Mysterium des freien Willens", um Medien, Systeme, Chaos und Ordnung, um Telepathie und Reinkarnation. Natürlich kann bei dieser ganzen Fülle an Themen vieles nur gestreift, nur angedeutet werden, zum Teil geht alles rasend schnell, - es ist eben ein Film unserer schnellebigen Epoche, zugeschnitten auf ein eher jüngeres Publikum. Zudem konzipiert in moderner, gar revolutionärer Technik: Die Darsteller und Schauplätze wurden zunächst mit digitaler Kamera real aufgenommen und später per Computer-Animation übermalt und verfremdet. Für manchen sicher gewöhnungsbedürftig und auf Anhieb nicht leicht erfassbar, aber nichts desto trotz spannend und faszinierend.

Magazin zur Reihe  Kann zugesannt werden!